Stand 20.6.2004
Es muß ein Ruck durch Deutschland gehen !
Ich rege mich leicht auf. Sicherlich eine meiner weniger herausragenden Eigenschaften. Aber manchmal bin ich sogar ein
wenig stolz darauf. Zum Beispiel, wenn ich höre, daß irgendwo mal gerade wieder ein Milliärdchen oder so von ein paar
ahnungs- und schuldlosen Politikern versenkt wurde.
Ich habe nun fast 50 Jahre hier in Deutschland verbracht, und kann mich noch immer aufregen wie ein Junger.
Eigentlich
sollte ich wie meine Freunde und Bekannten ein wenig abgeklärter sein. Man kann ja ohnehin nichts ändern, also eher ein
stiller Rückzug ins private Glück. Mit noch privaterer Vorsorgeplanung.
Hätte fast mal geklappt, damals,
aber dann kam dieser Berliner Bankskandal, Sie erinnern sich sicher....
Diese dauernde Aufregung ist nicht gut für mich. Weder körperlich noch geistig. Vielleicht stumpfe ich ja mit der Zeit
weiter ab, aber darauf habe ich bereits mit 20, 30 und 40 vergebens gehofft.
Andererseits weiß ich wohl, daß ich verglichen mit großen Teilen der restlichen Weltbevölkerung in einer traumhaften
Situation lebe.
Nicht nur, daß mir die Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser und Nahrungsmittel in verschwenderischer Fülle zur Verfügung stehen,
ich lebe auch in einer Demokratie mit weitreichenden persönlichen Freiheiten, die mir unterem anderem das Erstellen und
Betreiben dieser Site erlauben.
Dennoch gibt es nichts, was nicht noch weiter verbessert werden könnte. Dies bedingt allerdings, daß sich einige
wenige Angehörige bestimmter
Berufsgruppen auf ihre eigentlichen Aufgaben innerhalb dieser Gesellschaft besinnen sollten.
Ich glaube, in Deutschland wurde von vielen der Regierenden zu ihren eigenen Gunsten eine
Wirtschaftsform etabliert, die immer weitere Teile der restlichen Bevölkerung fassungslos zurücklässt.
Ebenso glaube ich, der Abschied hiervon wird einigen Beteiligten nicht leicht fallen. Auf der anderen Seite müssen wir alle in diesen
schwierigen Zeiten Opfer bringen. Viele gesellschaftliche Gruppen wie die der normalen Arbeitnehmer und Arbeitslosen
haben bereits damit begonnen und werden auch noch weitere Opfer bringen müssen. Da sollten die Regierenden und
Verwaltenden nicht zurückstehen.
Leider sind wir noch nicht ganz so weit und ich muß mich bis jetzt von teilweise völlig unsinnigem Geplapper und
erbarmungswürdigen Scheinkämpfen auf der politischen Bühne beleidigen lassen.
Wie bereits erwähnt, das ist nicht gut für meine Gesundheit. Deshalb werde ich hier mein Herz erleichtern und
einige Lösungsvorschläge aufschreiben.
Obwohl mir unsere Gesetze diese Form der Stellungnahme ausdrücklich zubilligen, habe ich dennoch kein wirklich gutes
Gefühl bei der Veröffentlichung. Denn einige meiner Verbesserungsvorschläge werden wahrscheinlich nicht die uneingeschränkte
Zustimmung der vorab erwähnten Interessensgruppen finden.
Leider siegt das Gute und der Tapfere nur in amerikanischen Spielfilmen wirklich zuverlässig. Auf der anderen Seite
hat die Menschheit bis jetzt schon einen weiten Weg zurückgelegt, der trotz einiger Irrungen letztlich für den Einzelnen
eine klare Verbesserung darstellt. Bürgerliche Rechte für jeden Menschen beispielsweise waren bis zum Ausgang des
Mittelalters selbst in unseren Breiten nicht sonderlich ausgeprägt. Und dennoch wurden sie auch gegen den Widerstand
der jeweils Mächtigen durchgesetzt.
Ich möchte dazu beitragen, den Weg in eine noch bessere Welt für die normalen Menschen zu ebnen. Aus diesem Grunde
gibt es diese Seiten.
Der konkrete Auslöser war übrigens ein Beschluß des Kölner Rates zum Hochwasserschutz. Meiner Meinung nach haben die
meisten der beteiligten Parteien
dabei äußerst eindrucksvoll bewiesen, daß man auch im Jahre 2004 nicht nur erhebliche Summen zur Befriedigung der Interessen
einiger weniger Privilegierter ausgeben, sondern darüber hinaus gleichzeitig noch einen wichtigen Teil des kulturellen Erbes
der Stadt unwiederbringlich zerstören kann.
Liebe Kölner Lokalpolitiker der dafür stimmenden Parteien, ist Euch der Rodenkirchener Grüngürtel wirklich so zuwider,
daß Ihr ihn unbedingt an der markantesten Stelle abholzen müsst ?
Auch dann, wenn der materielle Einsatz dafür viel höher ist als andere, näher liegenden praktikablen Varianten ?
Ich denke, aus Sicht der städtischen Verwaltung mag es sinnvoll sein, für dieses Projekt soviel städtische sowie Landesmittel
zu verbauen wie nur möglich. Es ist ja nicht ihr Geld.
Nein, es ist das Geld unserer Gesellschaft. Also auch meins. Und ich, ich habe die Nase voll !
Einer unserer ehemaligen Bundespräsidenten hat völlig recht, es muß ein Ruck durch Deutschland gehen.
Na, dann wollen wir mal. Ich fange gerne an, zuerst bei mir selbst. Jetzt.
© Gregor Gerlach