Stand 23.5.2005
Nordrhein-Westfalen hat gewählt.
Wahlkampf
Zu meiner Verblüffung war dieser Landtags-Wahlkampf nicht völlig nichtssagend, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen
ist, daß die Kandidaten der großen Parteien sich nicht wirklich für einen Persönlichkeitswahlkampf eigneten.
So hat sich beispielsweise die SPD zu klaren Aussagen gegen Studiengebühren und für den Kündigungsschutz
hinreissen lassen. Wobei sich mir der Sachverhalt, daß Kündigungsschutz wirklich Ländersache ...
Aber lassen wir die Spitzfindigkeiten.
Eine ebenfalls klare Aussage war bei der FDP zu finden, die Steinkohle-Subventionen lieber der Bildung zuführen
würde.
Daß die CDU die innere Sicherheit sowie die schulische Ordnung gefährdet sieht, verblüfft wahrscheinlich keinen
Wähler wirklich. Das ist ja seit der Gründung so ('Keine Experimente !')
Übertroffen wurde diese Aussage-Abstinenz klar von den Grünen. Wenn sie wenigstens einen der Feldhamster plakatiert
hätten, die sie ja laut dem CDU-Vorsitzenden so zahlreich gerettet haben, aber die Perfektion der
Stromlinienförmigkeit ist eben ganz, ganz dünn und dementsprechend inhaltslos.
Von den anderen Parteien habe ich in Köln recht wenig gesehen. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich habe nichts
vermisst.
Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer fragt, manchmal auch.
Wie bereits bei der Kommunalwahl 2004 habe ich mich mit eingen wenigen Fragen an die Parteien gewandt, um
für meine eigene Wahl zu einer fundierten Entscheidung zu kommen.
Mit einer starken Resonanz habe ich ohnehin nicht gerechnet. Daß sich innerhalb des gesetzten Zeitrahmens nur eine
Partei zu einer Stellungnahme hinreißen ließ, hat mich allerdings doch erstaunt.
Die zweite Antwort hat mich aufgrund eines Urlaubs erst am Wahltag erreicht, meine Stimme war ohnehin bereits
durch Briefwahl lange vorher abgegeben.
Gewählt habe ich übrigens die einzige Partei, die mir fristgerecht geantwortet hat. Nicht, daß ich ihre Antworten
wirklich Klasse fand oder sie sich mit meiner Auffassung treffen. Ich habe sie gewählt, weil ich mich wenigstens
von dieser Partei ernstgenommen fühlte.
Entschuldigen möchte ich mich letztlich noch für die dritte Frage, deren Verstehen und Beantwortung
augenscheinlich viel Zeit und auch Überlegungen gekostet hat, wie man mit vielen Worten nichts sagen kann.
Ein schlichtes 'Ohne Pöstchen für verdiente Parteimitglieder macht das doch alles keinen Spaß' hätte völlig
gereicht.
Ein Gewinner, viele Verlierer.
Hier sehen Sie das Ergebnis dieser Wahl. Die gezeigten Grafiken stammen aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 23.5.2005.
© Gregor Gerlach