Jawoll !
++ Home + + Sitemap + + Mail + + Impressum ++

Stand 20.6.2004

Staat, Parteien und Politiker.

Staat

Wenn Sie ein wenig im Netz suchen, werden Sie sicher den Satz 'Alle Macht geht vom Volke aus' und dessen Ursprung finden. Damit gemeint ist jeder wahlberechtigte deutsche Staatsbürger. Meines Erachtens nach nicht gemeint sind beispielsweise Kapitalgesellschaften, Verbände, Interessensvertretungen aller Art.

Wir, der Herrscher 'Das Volk' bestimmen Personen aus unserem Kreis, sogenannte Politiker, um die mehrheitlich gesellschaftlich erwarteten Ziele zu verfolgen. Der Politiker ist folglich der Vertreter der Bürger.

Entspricht das Ihrem Empfinden, wenn Sie Zeuge politischer Entscheidungen in Deutschland werden ?
Wer lange genug um Worte ringt, kann erstaunliche Bezeichnungen für unser herrschendes System finden. Nicht alle hängen direkt mit 'Demokratie' zusammen. Nach meiner Meinung hat sich eine Schicht gebildet, bei der sich einige Politiker und auch Verwalter mehr oder minder ungeniert einen Machtanspruch bewilligt haben, der ihnen so nicht zusteht.
Dies ist zwar menschlich durchaus verständlich, gesellschaftlich allerdings nicht tolerierbar. Es schafft falsche Vorbilder und verstärkt die gesellschaftlichen Spannungen.
Alle deutschen Politiker sind ausschließlich Sachwalter der Interessen des deutschen Volkes. Vielleicht halten Sie sich diese Feststellung einmal vor Augen, wenn Sie die nächsten Nachrichten vernehmen.

Was unserem Staat meines Erachtens fehlt, sind Kontrollmöglichkeiten über die Politiker.
Irgendwie scheint mir dieser Bereich ein wenig zu kurz gekommen zu sein bei unseren Gesetzgebern, obwohl ansonsten in Deutschland an Gesetzen nun wirklich kein Mangel herrscht.
Ich hätte hier für den Anfang ein paar Vorschläge zu machen : Ja, ich glaube, ein paar Politiker werden diese Maßnahmen nicht lieben. Da haben sie meiner Meinung nach jahrzehntelang hingebungsvoll ihre eigene Macht, Pracht und Versorgung ausgestaltet, und dann so ein Blödsinn ?

Liebe Politiker, jetzt sind wir wieder am Anfang angekommen, bei dem Machtanspruch, von dem ich vermute, daß ihn einige wenige von Euch versehentlich für den eigenen halten. Denn es ist nach wie vor der des Volkes. Gebt ihn uns zurück, erstens gehört er Euch meiner Meinung nach nicht und zweitens könnt Ihr ihn ohnehin nicht auf ewig behalten. So etwas haben in der Menschheitsgeschichte schon ganz andere Kaliber versucht und sind gescheitert.

Fragen Sie die jeweiligen Parteienvertreter doch einmal, ob deren Partei sich verpflichten würde, nach der Wahl dafür einzutreten, die Entscheidungen auf eine breitere Basis zu stellen. Verlangen Sie als Antwort ausschließlich die Worte Ja oder Nein.
Ich bin mir sicher, daß diese Antworten Ihnen eine fundiertere Differenzierung erlauben werden als viele von Parteien vor Wahlen freiwillig gemachten Aussagen.



Parteien

Ich glaube, Parteien sind nicht das, wofür viele Mitbürger sie leider fälschlicherweise immer wieder halten, nämlich Interessensvertretungen in eigener Sache. Sie sollten Interessensvertretungen in unserer Sache sein.
Falls der Eindruck in der Öffentlichkeit ein anderer sein könnte, ist dies ein Problem, dem sich die Parteien zu allererst annehmen sollten. Ohne Rückhalt in der Bevölkerung kann keine Partei meines Erachtens den Anspruch erheben, eben diese auch wirklich vertreten zu können.

Eine ideale Partei lebt ausschließlich von ihren Mitgliedern, und zwar allen Mitgliedern. Diese bereiten die gesellschaftlich relevanten Themen auf, um dann Gesetzesvorschläge aufgrund der Mehrheitsverhältnisse innerhalb der Partei anzubieten. Das heißt, die Partei bietet für ein politisches Thema mehrere von der Basis erarbeitete Lösungsansätze an. Darüber stimmen die Mitglieder in Gesamtheit ab und der mehrheitlich befürwortetete Entwurf wird von den Parteivertretern in den jeweiligen Gremien vorgelegt und vertreten.

Mein Empfinden ist, daß die heutige Parteienlandschaft es den Bürgern nicht leicht macht, sich zu engagieren. Da könnte ja jeder kommen und etwas beitragen wollen. Und die oberen Parteifunktionäre würden wahrscheinlich nur in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Jawohl, genau so soll es sein. Die Entscheidungsfreiheit haben sich meiner Meinung nach einige Politiker einfach genommen. Sie gehört ihnen nicht, sie gehört der Gesamtheit der Parteimitglieder.

Manche Politiker werden an dieser Lösung wohl wenig Gefallen finden. Und so haben sie in meinen Augen viele Parteien klamm und heimlich zu dem gemacht, was sie heute sind. Auch da hätte ich einen Verbesserungsvorschlag: Meine Meinung an dieser Stelle ist, Parteien brauchen nicht wirklich viel Geld, sie brauchen Mitglieder, die sie tragen und damit Einfluß auf die Dinge erlangen, die ihr Leben bestimmen. Dementsprechend ist es in meinen Augen unlauter von einer Partei, Geld von ihrem Mitgliedern zu verlangen. Wer der Parteikasse viel Geld zur Verfügung stellen kann, muß deshalb nicht zwingend ein besseres Mitglied sein, daß unter Umständen mehr Einfluß ausüben könnte.

Was eine Partei allerdings von ihrem Mitgliedern fordern kann und auch soll, sind unentgeltliche Leistungen im Sinne der Partei. Dies geht von verwaltenden Tätigkeiten über die Suche nach politischen Lösungsmöglichkeiten bis hin zum Kleben von Plakaten. Es müssen ja nicht so viele sein wie bisher, dafür dürften sie allerdings auch wirkliche Aussagen wie: 'Wir werden die Mehrwertsteuer um x % anheben, damit wir die Beiträge zur Rentenversicherung um y % senken können' enthalten.
Einen Bürger muß die Möglichkeit, direkt am politischen Entscheidungsprozeß teilhaben zu können, durchaus zwei bis drei Wochenstunden wert sein. Wenn das nicht der Fall ist, hat es die Partei schlicht versäumt, ihn über den Nutzen dieser Arbeit auch für ihn selbst aufzuklären.

Was das Mitglied von seiner Partei fordern kann und auch sollte, ist, an allen politischen Entscheidungen mitwirken zu dürfen. Und das diese Entscheidungen von den jeweiligen Oberpolitikern exakt wie möglich umgesetzt werden.

Fragen Sie doch einmal bei den Parteien an, ob diese bereit sind, ihre Mitglieder durch Befragung an allen (!) relevanten Entscheidungen mitwirken zu lassen ? Bestehen Sie auf eine Antwort mit maximal vier Buchstaben, also Ja oder Nein.



Politiker

Es ist nicht so, daß ich Politiker nicht leiden kann.
Ich glaube, die allermeisten sind wirklich aufrechte Menschen, die mehr für unser Gemeinwesen tun als die politisch nicht engagierten Bürger. Diese vielen Politiker auf allen Ebenen werden kaum wahrgenommen, dabei sind sie es, die unangenehmen Arbeiten machen und von uns, den Bürgern, für die Allüren einiger weniger ihrer Oberpolitiker angepflaumt werden.
Das Bild in der Öffentlichkeit wird in meinen Augen leider bestimmt von diesen Wenigen, die sich an unserer, nämlich der Macht des Volkes, besäuselt haben und sie in diesem Zustand für ihre eigene halten.

In jedem Fall ist meines Erachtens ein moralisches Problem entstanden, da sich immer wieder ein paar Politiker nicht an die Gesetze halten, die sie selbst mit geschaffen haben. Ich glaube ebenso, daß es nicht hilfreich ist, wenn gleichzeitig einige Gesetze fehlen oder nicht immer angewandt werden, um diese Politiker für ihre Verfehlungen zur Rechenschaft zu ziehen.
Dieses Vorgehen erschließt sich einem Bürger, bei dem beispielsweise die Steuergesetzgebung sowohl schnell als auch mit entsprechender Durchsetzungsfähigkeit angewandt wird, in meinen Augen nicht. Das wiederum führt dazu, daß Moral ein immer niedrigeres Gut wird. Die Konsequenzen dieser Entwicklung treffen uns alle.

Politiker haben meiner Meinung eine Vorbildfunktion und sollten sich dessen sehr wohl bewußt sein. Dementsprechend muß ein Politiker wissen, daß bei ihm strengere Maßstäbe gelten als bei einem normalen Bürger. Ich meine damit nicht mehr oder minder belanglose Dinge im privaten Bereich, wohl aber alles, was mit dem Amt verbunden ist.
Im Moment gibt es an dieser Stelle meines Erachtens noch haarsträubende Defizite, die bereits großen Schaden im Gemeinwesen angerichtet haben und umgehend korrigiert werden müssen.
Zu deren Abbau hier einige Vorschläge:
Fragen Sie doch mal spaßeshalber bei einem MdB an, ob dieser sich vorstellen kann, zu den oben genannten Konditionen zu arbeiten ? Bestehen Sie auf einem Ja oder Nein als Antwort.
Falls die Antwort ja lauten sollte, bitten Sie ihn einfach, diese Umstellung der Versorgung umgehend in Gang zu setzen und Sie bitte weiter über die Fortschritte auf dem laufenden zu halten.
Falls die Antwort nein lauten sollte, fragen Sie sich, warum das so ist. Und ob Sie das wirklich wollen ?

++ Home + + Sitemap + + Mail + + Impressum ++

© Gregor Gerlach