Jawoll !
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Stand 20.6.2004

Gesellschaft und Wirtschaft.

Viele deutsche Mitbürger sind verdrossen. Das ist kein Wunder. In meinen Augen gibt es keine Gesellschaft mehr, es gibt nur noch Interessensgruppen, die sich mißtrauisch beäugen und deren höchstes Ziel es zu sein scheint, soviel wie möglich vom Kuchen zu erlangen, solange es ihn noch gibt.
Die, die den Kuchen machen, werden meiner Meinung nach systematisch ausgepresst, geängstigt und ihrer Zukunft beraubt. Daneben wird ihnen vorgeworfen, sich in einer sozialen Hängematte zu räkeln, zu wenig zu sparen, zu wenig zu kaufen und zuwenig neue Deutsche zu machen. Außerdem wird ihnen täglich vor Augen geführt, daß man augenscheinlich nur unmoralisch genug sein muß, um es besser zu haben. Das Motto scheint zu lauten :'Bestehlen Sie die Gesellschaft, solange es noch etwas zu holen gibt!'.
Wundert es in diesem Umfeld irgend jemand, daß die Zukunft von vielen Mitbürgern eher düster gesehen wird ?

Muß es so sein ? Nein.
Ich habe auch zu diesen Themen Vorschläge zu machen. An dieser Stelle ist allerdings Vorsicht angebracht, die Umsetzung nur einiger dieser Vorschläge (je nach Interessenslage der jeweiligen Interessensgruppe) wird die Situation eher verschlimmern. Es gilt also nur ein klares 'Alles oder nichts !'.

Deutschland ist nach wie vor ein starkes und reiches Land. Es ist an dieser Zeit, sich dieser Stärke und dieses Reichtums wieder bewußt zu werden und sie zu nutzen.

Gesellschaft

Jede Gesellschaft benötigt ein stabiles Wertesystem, um bestehen zu können. Daneben sind Vorbilder durchaus wünschenswert. Fragen Sie doch einmal einen jungen Menschen, welcher Deutsche sein Vorbild ist. Neben einem verblüfften Gesicht werden Sie als Antwort wahrscheinlich den Namen eines Sportlers genannt bekommen.
Lebt dieser Sportler in Deutschland, zahlt er hier Steuern und trägt damit nach seinen Möglichkeiten zum Erhalt unserer Gesellschaft bei ?
Wenn dem nicht so ist, wieso ist er dann ein Vorbild ? Die Antwort ist einfach, unsere gesellschaftlichen Wertemaßstäbe hängen meines Erachtens bedenklich schief.



Moral

Damit wir wirklich wissen, worüber wir reden, sollten wir zunächst einmal den Brockhaus befragen, denn leider wird derzeit das Wort 'Moral' meist von denen im Munde geführt, die keinen Funken davon besitzen.
Ich erinnere mich beispielsweise einer Zeit der 'geistig-moralischen Wende' hier in Deutschland. Überprüfen Sie doch einmal, ob sich die Position Deutschlands seit dem im internationalen Korruptionsindex verändert hat ?

Moral = Verhaltens- und Einstellungsnormen, die unter dem Einfluß einer Kultur in einer Gruppe oder Gesellschaft über längere Zeit hinweg offiziell und von der Mehrheit als verbindlich angesehen werden.

Aha ! Da drängen sich direkt ein paar Fragen auf.
Wird es wirklich von der Mehrheit der Deutschen als verbindlich angesehen, daß manche Politiker oder Verwalter nachweislich (beispielsweise durch den Bundesrechnungshof) Millionen öffentlicher Gelder versaubeuteln können und dafür nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen werden ?
Ich persönlich glaube das nicht. Ich glaube vielmehr, daß es eine starke Interessengruppe gibt, die uns weißmachen will, daß man ohnehin nichts dagegen tun kann, es einfach nur menschlich ist und man sich damit abfinden muß.
Oh doch, man kann etwas tun. Aber man muß es wollen ! Und das scheinen einige unserer Gesetzgeber und -anwender vielleicht lieber nicht zu wollen. Ich halte das für schieren Eigennutz. Beendet ihn !
Für den interessierten Leser hier einige Fallbeispiele. Wirklich schlimm ist, daß eine annährend vollständige Liste wahrscheinlich nicht auf einer Tapetenrolle Platz hätte.
Unter diesen Umständen ist es schwierig, einem Maurer zu erklären, daß es ein Verbrechen ist, wenn er bei dem Freund eines Freundes ohne Rechnung (incl. MwSt.) ein wenig rummauert. Denn genau das ist es. Er betrügt seine eigene Gesellschaft. Er hat nur keine Interessensvertreter. Das kann ihn aus meiner Sicht wesentlich anfälliger für die volle Härte, die deutsche Gesetze durchaus besitzen können, machen.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß Deutschland zeitweise berühmt war wegen einer effizienten und unbestechlichen Bürokratie. Ehrlichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit waren ebenfalls einmal deutsche Tugenden. Genau dort möchte ich auch wieder hin. Und gehe auf diesem Weg gerne mit voran.
Es kommen auch bereits jetzt viele Landsleute mit. Ihnen gilt mein Gruß an dieser Stelle.



Leistungsträger

Deutschland hat viele Leistungsträger. Es sind allerdings selten die, die dieses Wort im Munde führen oder sich selbst für einen solchen halten.

Einer unseren wirklichen Leistungsträger ist die Frau, die morgens aufsteht und für einen Hungerlohn beispielsweise in einem Drogeriemarkt schuftet, während sie von Kunden angepflaumt und von Chefs gedemütigt wird.

Oder der Polizist, der wirklich viel von den Schattenseiten unserer Gesellschaft weiß und trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat.

Oder der Mechaniker, der für eine Firma arbeitet, die für eine Firma arbeitet, welche die Firma bedient, für die sein Vater in gesicherter Anstellung als Mechaniker gearbeitet hat. Zumindest bis zur Frühpensionierung.

Oder der 45jährige Akademiker, der seit zwei Jahren rumsitzt und ohne Ermüdung Bewerbungen schreibt. Und bereits mehrfach von 60jährigen Managern oder Firmenchefs dankend abgelehnt wurde. Es ist wirklich nicht, weil er der Aufgabe nicht gewachsen wäre, er ist einfach zu alt.

Falls jemand das Dreissigfache des deutschen Durchschnittslohns verdient und 14 Stunden täglich arbeitet, halte ich das übrigens für eine recht schlappe Leistung gepaart mit erheblicher Selbstüberschätzung.



Arbeit

Stellen Sie sich einmal ganz dumm, vergessen Sie alles, was Sie in den letzten Monaten zu diesem Thema gehört haben und blicken Sie auf Deutschland und das, was man hier Arbeitsmarkt nennt. Was sehen Sie ?

Ich sehe ein Volk, daß grob in drei Gruppen unterteilt ist, Arbeiter, Verwalter und die, die nicht mehr mitspielen dürfen. Die letzten beiden Gruppen werden von der ersten finanziert, der Staat verteilt die in der ersten Gruppe erwirtschafteten Gelder. Werfen wir einen näheren Blick auf diese drei Gruppen.

Dies führt zu der paradoxen Situation, daß die Gesellschaft enorme Mittel aufbringt, um die nicht mehr Mitspielenden zu versorgen und dadurch auf der anderen Seite immer weniger Geld hat, öffentliche Güter (wie beispielsweise Schulen) angemessen zu pflegen oder der gesamten Gesellschaft dienende Tätigkeiten (wie beispielsweise Kinderhorte, Überwachung und Erhaltung von Spielplätzen etc.) anzubieten.



Auch hier hätte ich einen Vorschlag zu machen. Jeder, der von der Gesellschaft Leistungen erhält, muß auch im Rahmen seiner Möglichkeiten Leistungen für die Gesellschaft erbringen. Unsere Gesellschaft kann es sich in meinen Augen nicht leisten, mit hohem materiellen Aufwand einen immer größeren Teil der Mitbürger, von denen viele gut ausgebildet und hochmotiviert sind, von der Arbeitswelt auszuschließen und gleichzeitig in eine Schattenwirtschaft zu drängen, die die Gesellschaft weiter zersetzt.
Jeder muß erkennen, daß er als Mitglied der Gesellschaft aktiv dazu beizutragen hat, diese sowohl zu erhalten als auch zu verbessern. Dies bedingt allerdings meines Erachtens auch den gesellschaftlichen Konsens, daß jeder Betrug an unserer Gesellschaft ein verabscheuungswürdiges Verbrechen ist.
Denken Sie an dieser Stelle vielleicht nochmals über die oben unter Moral gemachten Anmerkungen nach.



Altersversorgung

Ein Vertrauen der Masse der Bürger in die Rentenversicherung ist in meinen Augen nicht mehr vorhanden. Der Konsens heißt, in zwanzig Jahren gibt es nur noch eine Grundversorgung auf dem Niveau der heutigen Sozialhilfe. Gleichzeitig werden den Zwangsversicherten heute enorme Beiträge abverlangt, da das System auch dazu genutzt wird, einige Mitglieder der Gesellschaft zu versorgen, die lange vor dem Rentenalter als zu alt erklärt werden, um weiter mitspielen zu dürfen. Daneben werden meines Wissens ebenfalls viele Mitglieder unserer Gesellschaft aus der Rentenkasse versorgt, die durch die Wiedervereinigung Deutschlands hinzu gekommen sind. Deren Lebenswerk steht völlig außer Frage, aber sie haben Beiträge in ein anderes System geleistet. Das Aufkommen für ihre Alterversorgung sowie die Versorgung derer, die das offizielle Rentenalter noch nicht erreicht haben, sehe ich als gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die die Rentenversicherten nicht zu tragen haben. Diese Maßnahme wird die Arbeiter, auch hier wieder Arbeitende und Firmen, spürbar entlasten, die Arbeit selbst würde billiger.

Daneben muß für Arbeitnehmer eine weitere einfache Möglichkeit geschaffen werden, Vorsorge zu treffen. Immer mehr Mitbürger arbeiten bei Firmen, die eine betriebliche Versorgung nicht betreiben. Auch dazu ein Vorschlag.
Jeder Arbeitnehmer kann bis zu 10 % seiner Nettoeinkünfte monatlich in eine Kasse einzahlen, die von dieser Kasse wie folgt verwaltet werden:
25 % als Grund- und Immobilienbesitz in Deutschland;
25 % als Anteile an Firmen, die ihren Haupt-Firmensitz in Deutschland haben;
40 % als Anleihen an Firmen, die ihren Haupt-Firmensitz in Deutschland haben;
10 % zur Innvestion in zukunftsträchtige Forschungsvorhaben unserer Hochschulen und innovative Firmengründungen innerhalb Deutschlands.
Die Ausschüttung erfolgt bei Eintritt des gesetzlichen Rentenalters als Gesamtbetrag oder monatliche Zahlung, bis das Guthaben aufgebraucht ist. Die Ausschüttung ist steuerfrei, da die geleisteten Beiträge ja mit bereits versteuertem Geld geleistet wurden. Das Guthaben ist an den Einzahlenden gebunden, kann aber vererbt werden. Bei der Vererbung wird die aktuelle Erschaftsteuer fällig.
Die Verwaltung der Gelder erfolgt durch ein betriebswirtschaftlich geführtes Unternehmen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ohne jeglichen politischen Einfluß. Jeder Einzahlende hat jederzeit das Recht, seinen aktuellen Kontostand einzusehen.



Wirtschaft

Kaum ein Thema ist ideologisch so stark belastet wie das des Umgangs zwischen Politik und Wirtschaft. Ich denke, viele Politiker fast aller Parteien sowie etliche Gewerkschaftler haben kein Problem damit, das Verhalten eines stattlich honorierten Vorstandsvorsitzenden beim Stellenabbau innerhalb Deutschlands zu kritisieren. Daß sie selbst die Rahmenbedingungen hierzu geschaffen haben und dem Unternehmer dadurch kaum eine andere Wahl lassen, erwähnen diese Mitspieler allerdings nur selten.
Auch hier tut Besinnung not. Lehnen wir uns also zurück und betrachteten die herrschende Situation einemal so vorurteilsfrei wie nur möglich.

Alle Leistungen innerhalb Deutschlands werden von der Wirtschaft (also den Arbeitern, auch hier wieder Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam) erbracht, ein Staat ohne diese Leistungen ist nicht existenzfähig.
Lassen Sie sich nicht täuschen, zwar zahlen auch unsere Verwalter Steuern und Abgaben, diese stammen allerdings aus Geldern, die ebenfalls aus der Wirtschaft kommen und von der Politik an die Verwalter geleitet wurden. Grundlage der Leistungen der Wirtschaft an die Gesellschaft sind Güter oder Dienstleistungen, die Menschen freiwillig zu bezahlen bereit sind.

Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck, das Ziel in unserer Gesellschaftsform ist es für sie, soviel Geld wie möglich zu verdienen. Das kann man gut finden oder auch nicht, in meinen Augen ist es einfach so.
Die Wirtschaft existiert nicht in einem ansonsten leeren Raum, sie muß mit den Auflagen leben, die an ihrem Standort gelten. Wenn also ein Unternehmen ein Land verläßt, dann nach meinem Dafürhalten deshalb, weil es anderswo bessere Bedingungen vorfindet. Kein Unternehmer kann es sich leisten, seine Firma zugrunde gehen zu lassen, um beispielsweise Arbeitsplätze zu erhalten oder freiwillig mehr Steuern zu zahlen. Dabei handelt es sich ohnehin nur um ein Unterfangen in einem zeitlich sehr begrenzten Rahmen, bis nämlich der letzte Euro weg ist.

Blicken wir nun auf die Rahmenbedingungen in Deutschland. Bevor wir nun zu den Lösungsansätzen schreiten, Eines vorweg. Aus meiner Sicht der Dinge kann es keine wirkliche soziale Gerechtigkeit geben. Jeder Versuch, eine solche zu schaffen, ist allein aufgrund der Natur des Menschen zum Scheitern verurteilt. Orwell hat es in der 'Farm der Tiere' wirklich schön gesagt: 'Alle Schweine sind gleich, aber manche Schweine sind gleicher als andere'.
Was wir allerdings schaffen können, ist ein Klima, in dem auch schwache Mitglieder unserer Gesellschaft die faire Chance erhalten, ohne staatliche Hilfe ein Auskommen zu finden. Dazu brauchen wir Arbeit, und so bekommen wir sie.



Kosten der Arbeit
Arbeit in Deutschland muß billiger werden. Die Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden, indem systemfremde Leistungen aus den Sozialsystemen wieder ausgegliedert werden.
Außerdem müssen wir für das gleiche Geld mehr arbeiten. Also beispielsweise eine Verlängerung der Arbeitszeit um 10 Prozent. Wenn das nicht reichen sollte, werden wir wohl auch auf eine Woche Jahresurlaub verzichten müssen.
Eine solch immense Leistung wie die Wiedervereinigung bekommt man nicht zum Nulltarif, dafür müssen wir etwas tun. Alle !
Zur Wiedervereinigung fällt mir übrigens auch noch ein Saarländer ein, der mir eigentlich nie sonderlich symphatisch war. Dieser hat das mit den Opfern bereits seinerzeit glasklar vorausgesehen. Und dann hat er sogar darüber gesprochen, wurde von 'den anderen' allerdings sofort als Spaßbremse erkannt und niedergejubelt.
Meinen Respekt allerdings hat er seit dieser Aktion. Man mußte auch damals nicht sonderlich viel von Wirtschaft verstehen, um zu wissen, daß er völlig richtig lag.

Aufgrund jahrelanger teilweise völlig unrealistischer Vorstellungen der Tarifparteien haben wir heute in Deutschland eine Situation, die eher zu einer Auslagerung der Arbeit aus großen Firmen mit einer teilweise organisierten Belegschaft in kleinere, nicht organisierte Firmen führt. An dieser Stelle sind wir meiner Ansicht nach den Weg in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bereits weit gegangen. Und wir werden ihn noch wesentlich weiter gehen, sollte sich nicht schnell die Erkenntnis durchsetzen, daß es schon lange nichts mehr zu verteilen gibt.
Wer sich beispielsweise für weniger Arbeit bei gleichem Lohn oder höherem Lohn für gleiche Arbeit einsetzt, macht den Faktor Arbeit teuerer. Das führt unweigerlich zu noch mehr Mitbürgern, die nicht mehr mitspielen dürfen. Ich denke, nur auf dem umgekehrten Weg werden neue Arbeitsplätze geschaffen.
Sehen Sie sich die Forderungen der Gewerkschaften in Tarifverhandelungen über die letzten 20 Jahre an. Vergleichen Sie diese mit der Entwicklung der Arbeitslosenquote. Welchen Eindruck erweckt diese Gegenüberstellung bei Ihnen ?

Höre ich da Widerworte ? Liebe Gewerkschaften, wie ist die Entwicklung Eurer Mitgliederzahl über die letzten 20 Jahre (natürlich bereinigt um die durch die Wiedervereinigung geschaffenen Effekte) ?
Kann ein internationaler Konzern ohne Euch seine Produkte herstellen ?
Kann ein Arbeitnehmer ohne Euch arbeiten ?
Ich denke, daß es bei Euch ähnlich ist wie bei den Politikern. Einige wenige Mitgewerkschaftler verhageln den Ruf der ganzen Organisation. Aufräumen müßt Ihr aber selbst. Vielleicht helfen Euch ja auch einige Ratschläge auf der Seite über Parteien und Politiker.
Deutschland ist an einem Punkt angelangt, an dem wir wirklich alle mit anpacken müssen, um eine bessere Zukunft zu schaffen. Wenn das bedeutet, daß wir mehr arbeiten müssen, muß man meines Erachtens wirklich sehr gute Gründe haben, dagegen zu sein. Und zwar nachvollziehbar für am besten alle Teile der Gesellschaft.



Unternehmensbesteuerung
Endlich mal was Einfaches. Geografisch liegen wir zwischen etablierten Partnern, deren Besteuerung bei Unternehmungen nicht wesentlich von der unseren abweichen sollte. Auf der anderen Seite gibt es aufstrebende Partner mit deutlich niedrigeren Unternehmensbesteuerungen.
Wenn wir Arbeit wollen, dürfen unsere Unternehmensbesteuerungen nicht über denen der jeweiligen Nachbarländer liegen. Dazu nimmt man 20, 50, oder meinetwegen 472 Orte entlang der deutschen Grenze und ermittlet die jeweiligen Unternehmensbesteuerungen der jeweilgen Nachbarländer. Daraus ergeben sich die deutschen Steuerwerte an den Grenzen. Ich bin mir sicher, wir finden ein Computerprogramm, das uns dann die Verteilung und Angleichung der Werte über ganz Deutschland rechnet. Geht doch.
Es gibt meiner Ansicht nach keinen Grund für ein weltweit tätiges Unternehmen, sich hier in Deutschland anzusiedeln, außer es zahlt sich aus. Und auch für alle anderen Mutigen muß sich ein Unternehmen lohnen. Warum sonst sollten sie sich damit abplagen und Arbeitsplätze schaffen ?



Arbeitnehmerbesteuerung
Damit bin ich gemeint. Dennoch macht mich der Ausblick nicht fröhlich.
Denn wir Arbeitnehmer werden einen immer erheblicheren Anteil am Erhalt des Gemeinwesens schultern müssen. Die meisten Arbeitgeber sind nach meinem Dafürhalten, wie oben bereits erwähnt, Steuerallergiker. Als überhöht empfundene Ansprüche des Staates werden von dieser Gruppe keinesfalls toleriert, also ist der Gestaltungsspielraum hier sehr gering. Jedenfalls dann, wenn man Arbeitsplätze möchte.
Die, die nicht mehr mitspielen dürfen, werden nach wie vor von uns unterstützt werden. Zumindest so lange, bis wir wieder genug Arbeitsangebote im Lande haben. Nur eben viele nicht mehr über die Sozialversicherungen. Es bleiben also im Großen und Ganzen nur noch die Lohn- und Einkommensteuer sowie die Mehrwertsteuer, um Steuerausfälle, die trotz der Subventionsstreichungen entstehen könnten, auszugleichen.
Ich plädiere an dieser Stelle für eine Anhebung der Mehrwertsteuer und wenn möglich, für eine gleichzeitige Senkung der der Lohn- und Einkommensteuer.
Das Konsumklima in Deutschland liegt meiner meinung nach nicht am Boden wegen der Preise, sondern weil den Bürgern die Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft fehlt. Darin werden sie durch die täglichen Nachrichten aus der Politik bestärkt. Also legen sie eher Geld auf die Seite für die noch schlechteren Zeiten, die sie kommen sehen. An dieser Stelle ist das Gros der Bevölkerung also wesentlich klüger und weitsichtiger als viele unserer Politiker. Erst wenn es wieder ausreichend Arbeit gibt und das Vertrauen auf einen materiell gesicherten Lebensabend wieder hergestellt ist, wird auch der inländische Konsum steigen.



Umwelt
Es wird sicher Bemühungen geben, meine Gedanken zur Wirtschaft einseitig auszulegen. Deshalb eines hier explizit, unser schönes Land ist einfach geografisch viel zu klein, als daß wir im Umweltschutz zurückstecken dürfen. Selbst wenn es übel verdreckt ist, gibt es dennoch keinen anderen Ort, an den wir fliehen könnten. Wir müssen es unseren Nachfahren in einem guten, möglichst unbelasteten Zustand übergeben.
Wenn also ein Unternehmen meint, daß es neben konkurrenzfähigen Steuern und Arbeitskosten auch laschere Umweltgesetze zwingend benötigt, um sich hier anzusiedeln, muß Deutschland die Stärke besitzen, dieses Ansinnen zurückzuweisen.
Denn am Ende zahlen dafür wieder Sie, ich und unsere Nachfahren. Das möchte ich gerne vermeiden und dazu gibt es keinen Königsweg.
Im Gegenteil, im Umweltschutz und Energieversorgung aus erneuerbaren Energien liegen die Märkte der Zukunft. Je stärker Deutschland in dieser Richtung führend wird, desto größer wird unser Wettbewerbsvorteil sein. Das wiederum ist genau das, was wir brauchen, um unsere Zukunft zu sichern.



Schlußbetrachtung

Alle hier erwähnten Maßnahmen dienen nur dem Ziel, in Deutschland schnell so viele Arbeitsplätze wie möglich zu schaffen sowie das Vertrauen der Bürger in die Politik und die bestehenden Sozialsysteme zu verbessern.

Gelingt uns das nicht, wird die Zukunft wahrscheinlich nicht wirklich besser als der heutige Zustand.
Es ist an uns allen, zu entscheiden, welchen Weg wir in Deutschland gehen wollen.
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© Gregor Gerlach