Stand 20.6.2004
Wie SIE etwas ändern können.
Als erstes die gute Nachricht, Sie KÖNNEN etwas ändern !
Die schlechte Nachricht will ich Ihnen allerdings nicht vorenthalten, es wird nicht einfach.
Unterschätzen Sie das
Beharrungsvermögen einiger der vom jetzigen System Profitierenden nicht. Das wäre äußerst unklug.
An dieser Stelle ist es sinnvoll, die europäische Geschichte der letzten 400 Jahre einmal
Revue passieren zu lassen. Fast alle Änderungen zu Gunsten des einfachen Volkes sind nie aus
reiner Menschenliebe von den Regierenden verschenkt worden, sie sind meist unter großen
Opfern des Volkes erwirkt worden. Dies hat sich bis heute nicht geändert.
Aber auch hier gibt es wieder eine gute Nachricht, wir leben in einer Demokratie, die
uns sämtliche Möglichkeiten einer friedlichen Änderung per Verfassung an die Hand gibt.
Opfer sind heutzutage also weder unter der Zivilbevölkerung noch bei der Ordnungsmacht zu erwarten.
Und nun der Weg: Werden Sie politisch aktiv. Opfern Sie jede Woche zwei Stunden ihrer Zeit und stellen
Sie den Parteien und oder Politikern für Sie interessante Fragen.
Einige davon finden Sie auf diesen
Seiten. Stellen Sie in ihrem Anfrageschreiben klar, daß Sie als Antwort nur ein Ja oder Nein akzeptieren .
Ein 'Ja, aber ...' bedeutet aus meiner Sicht der Dinge Nein, denn da sind diese dummen Sachzwänge und leider,
leider geht es halt nicht.
So ? Wir leben in einer Demokratie, da gibt es im verfassungsrechtlichen Rahmen nichts, was man nicht ändern kann.
Man kann auch die Verfassung ändern. Man muß nur wollen.
Machen Sie in dem Schreiben klar, daß das Ja oder Nein Einfluß auf ihre nächste Wahlentscheidung haben kann.
In meinen Augen wollen viele Politiker alle vier Jahre unter Zuhilfenahme von 'Weiter so !' oder 'Noch weiter so !' gewählt werden.
Danach sind Störungen eher unwillkommen, man läßt sich nur ungerne bei den Geschäften oder der
Verteilung der Steuergelder helfen.
Deshalb, denke ich, wird man auf Ihre Fragen beispielsweise basisdemokratischer Natur wahrscheinlich eher
reserviert reagieren. Lassen Sie sich durch den freundlichen Ton nicht täuschen, man will nichts mit Ihnen zu tun haben.
Was können Sie schon ausrichten, selbst wenn Sie vor lauter Frust nicht wählen gehen ?
Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und sehen sich das Resultat der letzten Kommunalwahl in ihrem Heimatort an. Wieviel
Prozent hat der Gewinner bekommen ? Sehen Sie sich die Wahlbeteiligung an. Rechnen Sie nach.
Meiner Meinung nach kann vielen Parteien kaum etwas Schlimmeres passieren als ein Wähler, der konkrete Fragen formulieren kann,
diese allen
für ihn wesentlichen Parteien stellt und die Antworten dann auch noch zur Wahlentscheidung heranziehen will.
Also, wenn Sie etwas ändern wollen, aber wirklich keine zwei Stunden in der Woche zur Verfügung haben, gehen
Sie zumindest wählen. Tun Sie es für ihre Vorfahren, einige von denen haben ihr Leben bei der Erwirkung dieses Rechts gelassen. Werfen
Sie dieses Recht nicht fort, denn es beneiden Sie selbst heute noch Milliarden anderer Weltenbürger darum.
Wenn Sie den Wahlzettel vor sich haben und manche der Buchstabengruppen erzeugen keine wirkliche Freude bei Ihnen, nun,
ich kann es wirklich verstehen.
Lesen Sie in diesem Fall die Wahlliste mit allen Einträgen sorgfältig durch und wählen Sie die Partei aus, die ihnen in
diesem Moment am annehmbarsten erscheint.
Machen Sie den Wahlzettel keinesfalls ungültig, um Ihren allgemeinen Unmut zu zeigen, denn ich denke,
darauf haben einige Parteien nur gewartet. Tun Sie ihnen den Gefallen nicht.
Wenn Sie eine oder mehr Stunden in der Woche Zeit haben, versuchen Sie aufgrund der Jas und Neins zu ihren Briefen
herauszufinden, welche Partei Ihre Vorstellungen am ehesten durchsetzen will. Wenn Sie wirklich lästig fallen wollen,
fragen sie doch mal nach, wie die Vorstellungen der Parteien zu einem veränderten Wahlrecht mit zählender
ungültiger Stimme sind. Oder wann der Umbau zu einer wirklich mitgliederorientierten Organisation beginnt. Bitte
Rückantwort mit Zeitplan.
Ich finde, manche unserer Politiker bereiten uns so viel Freude, da kann man auch mal etwas in Form konstrutiver Vorschläge
zurückgeben.
Wenn Sie sich wirklich für Deutschland engagieren wollen, suchen Sie sich die Partei, bei der Sie sich am ehesten
zu Hause fühlen und treten Sie dort ein. Falls Sie dort auf diesen Seite erwähnte Änderungen einbringen wollen,
seien Sie gewarnt. Es wird Sie mit großer Wahrscheinlichkeit kaum eines der anderen Mitglieder ernst nehmen.
Ich glaube, die meisten werden Forderungen nach einem direkten und andauernden Mitspracherecht in der Organisation
einfach nicht verstehen, denn man spricht nicht oft darüber.
Sie brauchen bei diesem Unterfangen einen wirklich langen Atem und ein dickes Fell. Wenn man dort allerdings
Freunde findet oder welche mitbringt, kann es auch durchaus unterhaltsam sein.
Bei dieser Variante der politischen Einflußnahme sollten Sie auch stets im Auge behalten, daß bereits viele
Menschen mit glühendem Wunsch nach Veränderung im Apparat gescheitert sind. Oder eben nach Erreichen der oberen
Tröge einfach vergessen haben, warum sie eigentlich dorthin wollten. Vorsicht und Selbstkritik sollten Ihr
ständiger Begleiter sein.
Wenn Sie etwas ändern wollen, ohne zu wählen oder Zeit zu investieren, wollen Sie nichts ändern.
Nöhlen Sie also niemanden wegen der herrschenden Zustände an, Sie haben es dann schließlich so gewollt.
Ganz am Ende vielleicht noch etwas Vergnügliches: Stellen Sie sich einfach das Gesicht eines beliebigen
Parteivorsitzenden vor, dessen Ortsgruppen in einer Woche tausend Briefe mit der Frage :'Wird ihre Partei
basisdemokratisch, ja oder nein ?' erhalten. Alternativ ist auch 'Wollen Sie sich verpflichten, nach der Wahl
als oberstes Ziel die Senkung der Lohnnebenkosten zu betreiben, ja oder nein ?' möglich.
Für all die Wahlberechtigten in Deutschland sind tausend Briefe nicht viel. Für Parteivorsitzende schon.
© Gregor Gerlach